Gina
geb.  12.08.2002 - gest. 20.10.2008

Rottweiler-Mix

Tumor am Hinterbein
Erste Symptome: 30.4.2008
Diagnose erstellt: 5.5 2008

Osteosarkom bei Gina -- ein Tagebuch erzählt von Frauchen Mona

Unsere Geschichte beginnt am 30.04.2008. Gina humpelt leicht seit diesem Zeitpunkt.

Da der Rettungshundelehrgang und eine Fährtenprüfung vor der Türe standen entschied ich mich schnellstmöglich zum Tierarzt zu gehen und das abklären zu lassen.

Am Freitag, 02.05.2008 stelle ich Gina bei unseren Tierärzten vor – Verdacht auf Kreuzband-Zerrung evtl. Kreuzbandanriß. Die Tierärzte meinten im schlimmsten Fall müssten wir das operieren lassen.

Um das ganze nun noch mal genau zu klären fuhr ich am 05.05.2008 mit Gina in die Tierklinik. Nach einer kurzen Untersuchung und anschließendem Röntgenbild stand leider der traurige Verdacht Knochenkrebs oder Knochenentzündung im Raum. Zur Befundabklärung hatten wir am 07.05.2008 einen Termin zur Biopsie und zum Kernspin.
Die nächsten beiden Nächte waren eine Zeit aus Bangen, Hoffen und vielen, vielen Tränen !
Am 7.5.08 dann leider die niederschmetternde Nachricht, das es sich tatsächlich doch um ein Osteosarkom im Femur handelt.
Uns wurde noch eine Überlebenszeit mit Gina für höchstens ein halbes Jahr versprochen.
Es wurde uns noch zur Amputation geraten, die Gina`s Lebenszeit vielleicht um ein halbes Jahr verlängern würde - wir haben uns dagegen entschieden!

Die nächsten Tage waren für mich eine Zeit, in der ich kaum schlief und versuchte so viel es geht über Therapiemöglichkeiten zu erfahren – vor allem um Gina noch eine lebenswerte Zeit mit uns zu schenken. Dabei bin ich auf Roxy´s Seite gestoßen und habe von der Horvi-Therapie erfahren. Fieberhaft suchte ich nun teils bis mitten in die Nacht noch nach Erfahrungsberichten und Informationen über diese Therapie.

Einen Tierheilpraktiker, der diese Therapie anbot, hatte ich nun auch schon gefunden.
Er stellte für uns einen Therapieplan zusammen und nun warten wir gespannt auf die Enzyme. Der Therapieplan ist sehr intensiv, da wir die gleichen Enzyme teils spritzen, teils als Tropfen verabreichen und dann auch noch Salben schmieren werden.

Die Enzyme sollten bis spätestens Dienstag, 20.05.2008 bei uns angekommen sein und dann werden wir mit der Therapie beginnen. Wir setzen viel Hoffnung in diese Therapie und hoffen nun wirklich noch auf eine schmerzfreiere Zeit für unseren großen Sonnenschein!

01.06.2008 – ca. 4 Wochen nach der Diagnose:

Gina geht’s den Umständen entsprechend gut. Sie bekommt täglich zusätzlich zur Horvy-Therapie eine Schmerztablette und sie belastet ihr Bein auch weiterhin.

Wir waren die letzten 10 Tage auf Rettungshundelehrgang und sie durfte auch fast täglich

2 – 3 kleinere Suchen durchführen. Sie hat die Zeit mit uns zusammen auf dem Zeltplatz sehr genossen. Dadurch habe ich gemerkt wie wichtig es doch ist, meinen Hund so normal wie möglich zu behandeln. Durfte sie mit mir zusammen ins Suchgebiet (natürlich haben wir alles so geregelt, dass für Gina keine großen Hindernisse zu überwinden waren) war ihre Freude deutlich zu erkennen.

Bei der Nachtübung war sie sogar so gut drauf, dass sie wohl am liebsten gleich eine richtig große Suche durchgeführt hätte. Als sie ihre vermisste Person nach einer kurzen Suche gefunden hat, schüttelte sie ihre Beute voller Freude und das zeigte uns damit wie viel Spass sie doch an dieser Arbeit hat.

Hier mal ein Bild wo sie eine gefundene Person (hinter der Wand) verbellt!


Dieser Lehrgang hat uns sehr viel Mut gemacht den Kampf um Gina nicht aufzugeben.

Die Therapie führen wir nun seit 11 Tagen durch und bisher hat sich Gina´s Gesundheitszustand noch nicht verschlechtert. Wir hoffen nun auch weiterhin, dass es so bleibt

und Gina noch weiterhin schöne Tage mit uns verleben darf.

04.07.2008 - 2 Monate nach der Diagnose

Gina geht es den Umständen entsprechend gut.

Leider hat sich unser bisheriger Tierheilpraktiker nicht mehr gemeldet. Deshalb sind wir jetzt in Behandlung bei Frau Yvonne Fischer aus Biebergemünd.

Wir haben unseren Therapieplan gemäß dem Therapieplan der Firma Horvi angepasst und

nun hoffe ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Der Therapieplan ist jetzt für uns leichter zu managen, da wir statt bisher 5 Anwendungen nur noch 3 am Tag haben. Gina benützt das Bein die meiste Zeit nicht mehr. Nur wenn sie

langsam geht, dann nimmt sie den Fuß her. Allerdings ist sie ansonsten „rotzefrech“.

Ich habe inzwischen auch die Ernährung auf Rohfütterung umgestellt. Es bekommt ihr gut und sie freut sich schon immer riesig wenn es wieder essen gibt.

Zusätzlich bekommt Gina flüssiges Colostrum um ihr Immunsystem zu stärken und auch die Budwig Diät führen wir seit ca. 2 Wochen durch.

Da Gina Schwierigkeiten hat, länger zu laufen, fahre ich nun so oft es geht zum Schwimmen mit ihr (fast jeden Abend) – ich denke für ihre Muskeln die ideale Bewegung. Und wie die Bilder zeigen, ist sie sehr sehr glücklich im Wasser.

Ich habe auch das Gefühl, dass es Gina dank Horvi sehr gut geht.

Außerdem machen wir noch zusätzlich Froximun-Wickel (Zeolith Klinoptilolith),

die Gina´s Bein wohl immer sehr gut tun, denn am nächsten Tag ist sie immer besonders gut drauf ïŠ

Wichtig ist, denke ich, dass wir Gina eine schöne Zeit geben. Beim Baden ist sie immer so furchtbar glücklich – wie ein Jungspund springt sie im Wasser umher und schwimmt sehr fleissig ihre Runden.

Ich hoffe sehr, dass wir unsere Große noch recht lange bei uns haben.

22.07.2008 - 2,5 Monate nach der Diagnose

Gina geht es den Umständen entsprechend gut.

Inzwischen hatte ich die Möglichkeit, dank meiner lieben Freundin Heike, Gina´s Blut durch ein Dunkelfeldmikroskop anzusehen. Durch ihren Bekannten konnten wir nun Bilder von dieser Untersuchung machen und nach der Auswertung stand fest, dass Gina´s Körper übersäuert ist und das sie zuviel Eiweiß im Blut hat, das schädigend ist.

Deshalb werden wir Gina nun ca. 6 Wochen lang mit einer Therapie unterstützen um gegen diese Übersäuerung anzukämpfen.

Außerdem unterstützen wir Gina mit homöopatischen Mitteln und ich merke, dass es ihr gut tut.

Wir haben die Rohfütterung entsprechend der Übersäuerung angepasst und nun bin ich schon sehr auf die nächste Blutuntersuchung in 4 wochen gespannt.

Alles in allem merke ich, dass wir für uns den richtigen Weg eingeschlagen haben.

Frau Fischer unterstützt uns wirklich sehr, obwohl ich sehr oft schon in ein tiefes emotionales Loch gefallen bin. Aber sie zeigt mir immer wieder, dass es sich lohnt weiter zu kämpfen.

Ich bin ihr dafür sehr sehr dankbar!!!!!

Ebenso bin ich beinahe täglich in unserem FORUM - das auch hier auf der HP verlinkt ist.
Wir sind inzwischen "leider" einige Betroffene, bei denen man sich wirklich sehr gut verstanden fühlt. Wir können uns gegenseitig Mut zusprechen, denn nicht jeder versteht unsere Ängste, Sorgen und traurigen Gedanken. Unseren Kummer können wir dort austauschen und das macht uns allen immer wieder Mut weiterzukämpfen!!!

Mit Gina gehe ich weiterhin – so oft es geht – an den See um zu Baden.

Hier mal ein Bild, das ich zum Knutschen finde:


21.08.2008 – Gina geht’s wieder sehr gut

Seit der letzten Aktualisierung des Berichts sind nun ca. 4 Wochen vergangen.

In dieser Zeit waren wir beim Lungenröntgen (Anfang August). Auf dem Röntgenbild konnten keine erkennbaren Metastasen festgestellt werden. Auch die Blutuntersuchung zeigte, dass sich die Werte noch immer im Normalbereich befinden. Lediglich etwas Salz fehlt. Eiweiß ist immer noch ein bisserlerhöht und die eosinophilen Granulozyten sind auch noch etwas hoch.
Auch ein Ultraschall zeigte, dass es bei unserer Maus noch sehr gut aussieht.

Wir haben am 19.08.2008 nochmal eine Dunkelfeldblutuntersuchung machen lassen. Auch diese zeigte eine positive Veränderung. Die Auswertung ist allerdings noch nicht da.

Die letzten Wochen hatten wir ziemliche Probleme mit Durchfall. Sie war schon immer sehr anfällig.
Wir haben jetzt das Rimadyl abgesetzt. Ein Versuch Novalgin einzusetzen ist schwer gescheitert. Gina hat
es überhaupt nicht vertragen und dadurch hat ihr Kreislauf total verrückt gespielt.

Inzwischen verwenden wir Previcox  und es geht ihr wieder super.

Momentan belastet sie sogar das Bein wieder – was uns natürlich ein Schaudern über den Rücken laufen lässt, weil wir Angst haben, dass der Knochen der Belastung nicht standhält und bricht.

Seit gestern unterstützen wir sie nun zusätzlich mit der Phytotherapie. Wir hoffen es tut ihr gut.

Alles in allem sind wir seit dieser Woche also wieder sehr zufrieden mit dem Gesundheitszustand unserer Maus und hoffen auch weiterhin auf eine schöne und lange Zeit mit ihr.

15.09.2008 – knapp 4,5 Monate nach der Diagnose

Gina geht’s momentan mehr wie gut. Ich hoffe es bleibt so.

Unsere Patientin ist seit 4 Wochen in Physiotherapie bei Ingrid Heindl in Steinhöring und ich freue mich, dass ich Euch berichten kann, dass Gina wieder zum Großteil auf 4 Beinen läuft.

Die Behandlungen beginnen mit dem Unterwasserlaufband und anschließend wird Gina komplett durchmassiert und ihre Gelenke werden durchbewegt.

Sie genießt die Anwendungen sehr und ich bin froh, Frau Heindl gefunden zu haben, denn die Ruhe die sie ausstrahlt überträgt sich einfach 100 % auf meine große Maus.

Während der Behandlung läuft dann immer auch eine beruhigende Musik und wir könnenuns somit alle in der kleinen Wellness-Oase wohl fühlen.


Dieses Wochenende war Gina auch wieder aktiv bei der Rettungshundeausbildung dabei.

Sie ist momentan so motiviert, dass man so richtig den Übermut in ihrem Gesicht erkennt. Momentan leben wir nur für den Augenblick und genießen wirklich jede Sekunde, die wir mit Ihr verbringen dürfen. Es ist wie ein Traum wenn man sieht, dass dieser Hund, der nun fast 3 Monate auf 3 Beinen gelaufen ist, wieder auf 4 Beinen unterwegs ist.


Als Schmerztherapie erhält Gina momentan 0,5 - 1 Tablette Previcox 227 mg und 3,5 Tabletten Dexboron Forte täglich. Wir machen nun seit 4 Monaten die Horvi-Therapie und unterstützen Gina mit Tee aus Teufelskralle, Steinklee, Pappel und Brennnessel.

Auch geben wir ihr immer noch Colostrum jeden Tag und auch die Schwarzkümmelölkapseln. Die Öle mussten wir leider absetzen, da Gina immer wieder Probleme mit Durchfall hatte und es ihr ohne Öl auf jeden Fall deutlich besser geht.

Wir haben gelernt, mit unserer großen Maus und ihrer Krankheit zu leben.

Endlich können wir uns wieder freuen, denn die letzten Wochen waren wieder Wochen voller Sonnenschein. Es wird zwar immer ein Auf und Ab sein, aber wir müssen dankbar für jeden Tag sein.

21. Oktober 2008


Gina hatte seit der letzten Aktualisierung eine sehr sehr schöne Zeit. Ich hatte den Bericht für die Aktualisierung schon fertig geschrieben doch es ist leider das Schlimmste passiert, was uns passieren konnte. Gina`s Oberschenkelknochen ist gebrochen und so musste ich sie gestern leider über die Regenbogenbrücke begleiten. 
Seit gestern abend kann ich nicht mehr denken. Es ist als ob ein Teil meines Herzens abgestorben ist. Aber ich weiß, dass wir durch unseren Weg Gina`s Leben noch lebenswert gemacht haben.
 
Sie bekam nun zuletzt nur täglich eine halbe Tablette Previcox. Der Rest waren alles Schmerzmittel auf tierischer und pflanzlicher Basis. Es ging ihr gut damit und ich weiß, dass sie gerade in den letzten Tagen glücklich war bei uns.
Am 20.10.2008 musste ich meine stolze Wächterin um ca. 17:30 Uhr über die Regenbogenbrücke begleiten.

Gina hatte - trotz dieses furchtbaren Krebses - noch wundervolle 5,5 Monate.

 
Ich möchte mit diesen Worten vielen betroffenen Hundehaltern Mut machen. Gebt die Hoffnung nicht auf.
Horvi hat Gina ein tolles Leben geschenkt - auch mit dieser Krankheit und ich danke auch unserer Physiotherapeutin - Frau Ingrid Heindl - durch deren Hilfe ich Gina wieder zu einem glücklichen Hund machen konnte. Gina hatte so viel Lebensfreude gefunden durch die Physiotherapie - was zählt da schon das Geld???????????????


 
Gina - unsere stolze Wächterin - ist jetzt an einem Platz wo sie mit allen auf einer grünen Wiese laufen kann - ohne Schmerzen.

Steh nicht an meinem Grab und weine

Steh nicht an meinem Grab und weine.
Ich bin nicht dort. Ich schlafe nicht.
Ich bin wie tausend Winde, die wehen.
Ich bin das diamantene Glitzern des Schnees.
Ich bin das Sonnenlicht aus reifendem Korn.
Ich bin der sanfte Herbstregen.
Wenn Du aufwachst in des Morgens Stille, bin ich der flinke Flügelschlag
friedlicher Vögel im kreisenden Flug.
Ich bin der milde Stern, der in der Nacht leuchtet.
Stehe nicht an meinem Grab und weine,
ich bin nicht dort. Ich bin nicht tot. 
Penelope Smith, Gespräche mit Tieren



Gina hat nun ein Plätzchen am Waldrand - mit ihrem Schmuserle.
 Dort wo auch die
Sonnenstrahlen ihre letzte Ruhestätte erlauechten.

Sie fehlt uns...........
 
Traurige Grüße ins Regenbogenland
Deine Familie
 
















































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