Odin

Tumor am rechten Hinterbein
Erste Symptome: Mai 2006
Diagnose erstellt: November 2006
Amputation: Dezember 2006

Homepage von Odin


Vom glücklichen Vierbeiner zum flotten Dreibeiner  erzählt von Frauchen Steffi am 16. Juni 2008

Als unser alter Hund mit fast fünfzehn Jahren verstorben war, besuchten wir unser Tierheim, wo wir Odin kennen lernten.

Er war damals zehn Monate alt, als er bei uns einzog.

Es sollte diesmal bewusst ein jüngerer Hund bei uns einziehen, damit wir lange etwas von ihm haben..

So waren wir glücklich mit unserem fröhlichen Vierbeiner, besuchten die Hundeschule und nach einigen Monaten zog ein zweiter Second-Hand Hund ein, unsere Hündin Maischa.

Alles war gut bis Odin im Mai 2006 anfing zu humpeln…

Wir dachten uns zuerst noch nichts schlimmes dabei. Vielleicht hat sich der Hund vertreten o.ä. Nach einigen Untersuchungen vom Tierarzt wurde gesagt, dass sein Kreuzband gerissen sei und dieses wurde operiert. Doch auch danach lief Odin nicht wirklich besser. Es vergingen wieder einige Wochen und so manche Besuche beim Tierarzt, bis dieser uns Ende November 2006 rät in die größere Tierklinik zu fahren.

Dort wurde Odin auf den Kopf gestellt und gründlich untersucht (Röntgen, Szintographie sowie Computertomographie)

Während Odin in der Tierklinik untersucht wird, bummelte ich mit Maischa durch die Stadt. Die Zeit kommt mir ewig vor und ich bin froh, daß sie dabei ist und mir Gesellschaft leistet. Wieder in der Klinik angekommen, heißt es auch noch warten, warten, warten,.. Ein anderes Frauchen wartet auch. Man tauscht sich aus. Ihr Hund wird zum Aufwachen zu ihr ins Wartezimmer gebracht und sie bekommt ihre erfreulichen Ergebnisse. Mein Odin wird mir nicht gebracht und ich werde ins Zimmer um die Ecke gebeten. Da war mir schon klar, daß es für uns wohl nicht so erfreulich ausfallen wird..

Das Ergebnis ist niederschmetternd! Der Verdacht bestätigt sich, es ist ein Tumor!!! Der Arzt redet viel und erklärt einiges, aber ich versteh nur noch die Hälfte. Sollen sie ihn aus der Narkose wecken oder nicht? Die einzige Chance, die er hat: Die schnelle Amputation des Hinterbeines!  Der Arzt erklärt uns ganz klar, daß die meisten es nicht tun. Nicht, weil der Hund nicht damit leben kann, sondern weil die Menschen meist nicht damit zurecht kommen. Der Entschluß steht für mich sofort fest: Er kommt wieder mit nach Hause!

Während der langen Autofahrt laufen die Tränen und die Gedanken überschlagen sich. Odin brauchte die komplette Rückbank unseres kleinen Autos, da er noch müde von der Narkose war. Maischa lag auf dem Beifahrersitz, mit ihrer Schnauze auf meinem Schoß und spendete Trost. Es waren gar nicht die Gedanken: Warum wir? Warum ist unser Hund so krank? Sondern ich plante schon, an was wir für einen dreibeinigen Hund im Haus evtl. denken sollten, wann wir unseren Haus-Tierarzt kontaktieren können,..Bisher kannte ich dreibeinige Hunde nur aus dem Fernsehen o.ä., aber ich wusste, dass es geht.

Auf dem CT in der Klinik  konnten noch keine weiteren Metastasen in der Lunge usw. entdeckt werden. Wir warteten noch die Blutergebnisse ab. Drei lange Tage warten, bis wir wissen, wie es weiter gehen wird mit Odin. Die Blutwerte sind unauffällig .

Nach vielen Tränen, Gedanken und Gesprächen  haben wir einen Termin für die Operation ausgemacht. Bei so einer großen Operation besteht leider auch immer ein Risiko, daß das Tier versterben könnte. Leicht fiel die Entscheidung nicht. Trifft man die richtige Entscheidung? Gibt es ein Richtig, ein Falsch?

Machen wir nichts, hat er keine Chance. Der Tumor wird schnell wachsen, die Schmerzen auch. Machen wir es, hat er eine kleine Chance noch glückliche Monate oder sogar Jahre als Dreibeiner erleben zu dürfen... Kommt der Krebs schnell wieder, werden wir uns fragen, warum wir ihm das alles noch angetan haben? Wird er nicht operiert, werde ich mich immer fragen, wie lange er wohl noch gehabt hätte?

Fragen über Fragen auf die keiner eine Antwort für uns hatte. Aber eins half mir zu entscheiden. Odin war den Umständen entsprechend fit, er spielte mit seinen Freunden, lachte, rannte und tobte. In seinen braunen Augen sah ich LEBEN! Und die Chance wollten wir ihm ermöglichen, auch wenn das nicht jeder verstehen kann..

Am 21. Dezember 2006 war es soweit. Als ich ihn zum Tierarzt brachte, fühlte ich mich schlecht. Ich wusste, ich rette ihm das Leben, fühlte mich aber, als wenn ich ihn zum Schlachter bringe…

Die Op selbst verlief ohne Komplikationen und ich konnte es kaum erwarten, ihn wieder zu sehen. Die Wunde selbst hat mich nicht so geschockt, wie vielleicht erwartet. Ich hatte die Tage zuvor viel im Internet gelesen und mich versucht irgendwie vorzubereiten. Das wichtigste war, dass Odin lebte.

Nun waren wir gespannt WIE er und auch wir damit leben sollen…

Es folgten einige schwere Wochen. Odin war zu schnell zu fit und wir mussten ihn mühsam ruhig halten. Nachdem die Fäden gezogen waren, ging es nur noch bergauf. Die Haare wuchsen wieder und auch unsere Spaziergänge wurden wieder weiter..

Alle Sorgen, ob ein dreibeiniger Hund in unserem Haus mit Fliesen, Treppen usw. zurecht kommt, waren umsonst. Odin meisterte sein neues Leben wunderbar und so mache Menschen, die vorher skeptisch waren, mussten nun zugeben, dass er damit sehr gut zurecht kommt.

Odin ist ein kleiner Kämpfer. Er ließ sich nicht unterkriegen und genießt sein Leben.

     

Mittlerweile ist diese schwere Zeit seit der Krebsdiagnose fast 1,5 Jahre her.

Die Ärzte haben mir damals nicht so große Hoffnung gemacht, was die Lebenserwartung damit ausmacht, aber ich finde, wir haben schon so viel geschafft. Das sind nun 18 Monate, die Odin sonst nicht mehr erlebt hätte.

Unser Alltag ist bis auf wenige Ausnahmen genau wie vorher. Die Spaziergänge sind genau so lang wie zuvor. Odin tobt mit seinen Hundefreunden und er hat sogar eine neue dreibeinige Freundin kennen gelernt.

Nur am Agility nehmen wir nicht mehr teil. Dafür sind wir nun seit einigen Wochen in einer Gruppe für behinderte Hunde (alles Hunde, die durch HD, ED u.ä. nicht mehr springen dürfen) dabei.

Überhaupt ist Odin mittlerweile aktiv für die behinderten Hunde geworden und zeigt sich an Infoständen des Netzwerkes für behinderte Hunde (www.behinderte-hunde.de) , um zu zeigen, dass sein Leben lebenswert ist.

Die Ernährung der Hunde haben wir ein wenig umgestellt. Sie bekommen Frischfleisch sowie getreidefreies Futter.

Die letzten Blutuntersuchungen fielen alle zu unserer Erleichterung super aus und wir hoffen alle, dass wir noch viele gemeinsame Tage zusammen haben werden..





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